Herbstzeit ist Kürbiszeit

Kürbisse gibt es in vielen Farben, Größen und Formen. Generell werden Zier- und Speisekürbisse unterschieden. Alle Kürbisse sind Starkzehrer und sind für eine extra Kompostgabe und volle Sonne dankbar.

Interview mit Kürbisexperte Volker

Volker SchevelUnser Gärtner und Gartenbauingenieur Volker Schevel beantwortet heute unsere Fragen zum vielfältigen und oft – aber nicht immer – köstlichen Gemüse.

Volker, Du bist bei Volmary der Experte für Kürbisse. Erklär’ mal, was ist denn das Besondere an diesem Gewächs?

Volker: Das Besondere am Kürbis ist seine unglaubliche Vielfalt. Es gibt allein über 200 Speisekürbisse und dann noch einmal gefühlt unzählbar viele Ziergewächse. Mancher ist dabei nicht einmal groß wie ein Apfel, ein anderer wiegt über 150 kg, die Bandbreite ist enorm. Kürbisse sind botanisch gesehen übrigens Beeren – sicherlich die größten Beeren im Garten.

Jetzt ist gerade wieder Kürbiszeit, oder?

bf6dea11ccVolker: Ja, egal wohin man guckt, überall tauchen jetzt wieder Kürbisse auf, nicht wahr? Ab dem Spätsommer wachsen sie hierzulande wie verrückt und sind dann, im Ganzen, trocken und kühl aber frostfrei gelagert, bis zum Frühjahr haltbar – Zierkürbisse häufig auch noch länger. Eigentlich kann man Kürbisse also immer haben, aber wir verbinden Sie zumeist mit der herbstlichen Küche.

Ja, Kürbissuppe, lecker!

Volker: Aber nicht nur! Kürbis kann so viel mehr als immer nur die ewige Creme-Suppe. Sein Fruchtfleisch lässt sich beispielsweise auch als Gemüse oder Kompott verwenden, es gibt sogar Kürbisgebäck und -marmelade. Und die Kerne einiger Sorten kann man im Ofen rösten und dann genüsslich knabbern– köstlich! Kürbiskernöl ist im Übrigen ebenfalls eine Delikatesse.

Kürbissuppe

Hier haben wir für Sie ein Rezept für eine leckere Curry-Kürbissuppe mit Buttetnut

Welche Sorten empfiehlst Du für den Einsatz in der Küche?

Butternut-Kürbis 'Hawk'

Butternut-Kürbis ‚Hawk‘

Volker: Zum Kochen sollten sicher die Hokkaidos mit im Fokus stehen, zum Beispiel der Klassiker Uchiki Kuri. Auch Butternuts sind lecker, die Sorte Hawk wird nicht so riesig und ist daher perfekt für das Dinner zu zweit. Für kleinere Haushalte praktisch sind „Singlekürbisse“ wie Solor und Fictor, die zudem auch noch bei uns als Biosaatgut im Angebot sind. Ein Tipp ist, auch mal die grünen Hokkaidos wie Bonbon, Sweet Delite und Alligator zu probieren, die im Geschmack von Kennern noch höher eingestuft werden als die bekannten orangefarbenen Hokkaidos.

Und welche sind darüber hinaus für den Verzehr geeignet?

Mikrowellen-Kürbis 'Sweet Lightning'

Mikrowellen-Kürbis ‚Sweet Lightning‘

Volker: Eine schöne Idee, finde ich, ist unser Mix aus essbaren Zierkürbissen. Die sind gut haltbar und man kann sie zunächst als Deko verwenden. Wenn man sich satt gesehen hat, kommen sie dann in den Kochtopf. Dann gibt es noch Mikrowellenkürbisse, zum Beispiel Sweet Lightning und Sweet Dumpling, und Kürbisse, deren Schale man – als Gag für Gäste – zur Suppentasse umfunktionieren kann. Wie gesagt, die Vielfalt ist immens.

Und von den unzähligen Deko-, Schnitz- und Mal-Kürbissen haben wir noch gar nicht gesprochen. Dazu werden wir aber bestimmt noch kommen. Bald ist ja Halloween … Erstmal vielen Dank für die Infos!

Volker: Gerne! Eins liegt mir aber noch am Herzen: Wer Kürbisse für den Verzehr anbauen will, sollte auf Saatgut bzw. Pflanzen vom Fachhändler oder Gärtner zurückgreifen und nicht selbst vermehrtes Saatgut verwenden. Denn es kann bei Kürbissen in der Natur durchaus zu ungewollten Kreuzungen mit ungenießbaren Zierkürbissen kommen – z.B. durch Bienen mit Pollen aus dem Nachbargarten. Die Nachkommen schmecken dann bitter und enthalten ebenso gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe wie die elterlichen Zierkürbisse – daher lieber auf Nummer Sicher gehen und gesunde, leckere Kultursorten aus professioneller Vermehrung in den eigenen Garten pflanzen.

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