Blütenendfäule bei Tomaten vorbeugen

Gesunde Tomaten ohne Blütenendfäule

Blütenendfäule ist ein unbeliebter Gast in vielen deutschen Gemüsegärten und macht mit braunen Stellen an den Früchten auf sich aufmerksam. Doch weshalb entsteht sie und wie kann man die Blütenendfäule verhindern?

Blütenendfäule an gelben Tomaten

Die Blütenendfäule macht sich durch bräunlich-schwarze, meist eingesunkene Stellen an der Unterseite einer Tomate bemerkbar. Es handelt es sich also nicht, wie vielleicht im ersten Moment angenommen, um Braunfäule, sondern um eine Mangelerscheinung, die auch Gurken oder Zucchini betreffen kann. „Der Pflanze fehlt schlicht und ergreifend Kalzium“, erklärt der Pflanzenprofi. Kalzium ist ein wichtiger Pflanzennährstoff und trägt einen wesentlichen Anteil zum Aufbau der Zellwände bei. Hat die Tomate zu wenig von dem Mineralstoff, kommt es zu einer Mangelerscheinung, die sich durch die braunen Stellen an der Blütenansatzstelle der Tomaten bemerkbar macht. Das Gewebe wird dabei zunächst etwas wässrig, später verhärtet es sich und zeigt sich als unschöner braun-schwarzer Fleck auf der roten Tomate.

Gründe für die Mangelerscheinung

Das Kalzium wird nicht aktiv in der Pflanze transportiert, sondern gelangt passiv mit dem Wasserstrom in die Blätter und die Früchte. Der Wasserstrom oder auch Transpirationsstrom findet statt, weil die oberirdischen Pflanzenteile transpirieren und daher wieder neues Wasser benötigen. Wird dieser Transpirationskreislauf unterbrochen, beispielweise durch einen zu trockenen Boden oder einer übermäßigen Stickstoffdüngung, kann die Kalziumaufnahme gestört werden. Da die Blätter stärker transpirieren, werden sie am besten mit Wasser versorgt; ein Kalziummangel tritt daher zunächst bei den Blüten beziehungsweise bei den Früchten auf.

Wie kann man der Blütenendfäule vorbeugen?

„Meist entsteht Blütenendfäule nicht aufgrund der Düngergaben, sondern ist auf die Wasserversorgung zurückzuführen“, erklärt Raimund. Denn das Kalzium wird vor allem durch den Wasserstrom in die Blätter und Früchte transportiert. Ist der Boden zu trocken, kann kein Wasser und damit auch kein Kalzium aufgenommen werden. Es kommt zum Kalziummangel. Der Mineralstoff kann dabei in ausreichenden Mengen in der Erde vorhanden sein – wenn das Wasser fehlt, kann die Pflanze ihn nicht aufnehmen. Deshalb muss immer auf die Bodenfeuchtigkeit geachtet werden. Während der heißen Sommermonate kann es daher auch vorkommen, dass man häufiger zur Gießkanne greifen muss. Raimunds Tipp für das richtige Gießen lautet: „Fingerprobe machen! Wenn die Erde feucht ist, braucht sie noch kein Wasser und wenn sie sich trocken anfühlt, kann man wieder gießen.“

Tomate mit Blütenendfäule – Tipp: Tomaten mit Blütenendfäule einfach hängen lassen.

Außerdem hilft es, die Tomate etwas schattiger zu stellen. Denn bei zu starker Sonneneinstrahlung und damit einhergehender Hitze schließen sich die Spaltöffnungen der Pflanze stärker – die Pflanze transpiriert folglich weniger und der Transpirationsstrom, mit dem das Kalzium in der Pflanze verteilt wird, wird beeinträchtigt. „Damit der Transpirationsstrom wieder ungehindert fließen kann, ist bei warmen Wetter also eine sonnig bis halbschattige Lage von Vorteil“, rät unser Tomatenexperte Raimund.

 Tomaten brauchen eine gute Bodenfeuchte, um genügend Kalzium aufzunehmen

Eine stickstoffbetonte Düngung kann das Problem der Kalziumaufnahme noch verschärfen. „Stickstoff ist gerade zu Beginn gut, um das Wachstum der Pflanze anzuregen. Wenn die Pflanze beginnt, Früchte zu tragen, wird weniger Stickstoff benötigt“, erklärt Raimund. Zu viel Stickstoff kann dazu führen, dass die Aufnahme von Kalzium gestört wird. Düngt man die Pflanze jedoch nach den Anweisungen auf der Packungsbeilage seines Tomatendüngers oder mit organischem Dünger kann Überdüngung als Grund für die Blütenendfäule ausgeschlossen werden.

Gesunde Tomaten ohne Blütenendfäule

Robuste Tomatensorten

Bestimmte Tomatensorten wie die ‚Philovita‘, ‚Phantasia‘ oder ‚Philona‘ sind etwas robuster und damit weniger anfällig für Blütenendfäule. Auch Tomaten wie die ‚Solena® Sweet‘ oder ‚Sportivo‘ sind aufgrund ihrer Veredelung weniger anfällig als nicht veredelte Tomatensorten. Runde Tomaten scheinen ebenfalls weniger betroffen zu sein, als längliche Früchte.

Freiland-Strauchtomate ‚Philona‘ 

Blütenendfäule – was tun?

Grundsätzlich ist eine regelmäßige Wasserversorgung die effektivste Maßnahme, um der Blütenendfäule vorzubeugen. Hat man das Gießen nur mal vergessen oder war für ein Wochenende unterwegs, sind meist auch nur einzelne Tomatenfrüchte von der Blütenendfäule betroffen, während andere Früchte durchgehend mit genügend Kalzium versorgt worden sind. „Diese betroffenen Früchte sollte man einfach an der Pflanze belassen, damit keine weiteren Früchte Opfer werden“, rät Raimund. „Die bereits beschädigten Früchte nachträglich mit Kalzium zu behandeln, nutzt meist wenig – sie bleiben beschädigt.“ Essen kann man die Tomaten allerdings trotzdem. Einfach die unschöne Stelle großzügig abschneiden und ganz normal genießen!

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