Die richtigen Bedingungen für Heidelbeeren

Ob Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren – im Sommer kann man sich an den leckeren Früchten kaum satt essen. Wie gut, dass sie sich alle hervorragend im Garten oder auf dem Balkon anbauen lassen! Zwar ist die Heidelbeere ein wenig wählerischer, was ihren Standort betrifft, doch hat man die richtigen Bedingungen geschaffen, ist die Pflege der robusten Halbsträucher ein Kinderspiel.

Frühe Heidelbeere ‚Duke

Kulturheidelbeeren sind ausdauernde, vielverzweigte, sommergrüne Halbsträucher, die es in unterschiedlichsten Wuchsformen gibt. So begeistert die Heidelbeere ‚Northcountry‘ mit ihrem kompakten Wuchs, der sie besonders attraktiv für Balkone und kleinere Gärten macht. Deutlich größer werden dagegen die Aroma-Heidelbeere ‚Bluecrop‘ und die Früh-Heidelbeere ‚Duke‘. Die winterharten Kulturheidelbeeren lassen sich sowohl in Kübeln als auch in den Garten pflanzen.

Heidelbeeren pflanzen

Um Kulturheidelbeeren im Garten anzubauen, muss man kein Profi sein. Hat man die richtigen Vorrausetzungen geschaffen, ist die Pflege der Kulturheidelbeeren sogar recht einfach und unkompliziert. Unsere Pflanzenprofis Raimund und Volker erklären, was man beim Pflanzen zu beachten hat, um in den nächsten Jahren mit vielen leckeren Früchten belohnt zu werden.

Die Pflege der Kulturheidelbeeren

Heidelbeeren gehören wie Azaleen und Rhododendren zu den Moorbeetpflanzen und lieben daher saure, luftdurchlässige und humose Böden, die bisher noch nicht mit Mineraldünger oder Kalk gedüngt wurden. Auf sauren Waldböden gedeihen die Pflanzen daher ausgezeichnet. Allerdings findet man in den wenigsten Gärten solch einen Erdboden vor. „Am einfachsten ist es deshalb, wenn man die Heidelbeere in einen großen Kübel mit Rhododendron- oder Azaleenerde setzt“, rät unser Pflanzenprofi Raimund.

Will man die Pflanze in seinen Garten pflanzen, sollte man vorher überprüfen, ob der Boden sauer genug ist. Der pH-Wert sollte optimalerweise zwischen 4 und 5 liegen. Ist dies nicht der Fall sollte das Erdreich um die Pflanze herum großzügig gegen Azaleen-, Rhododendronerde ausgetauscht werden. Eine vorher ausgelegte Plane sorgt dafür, dass der Boden sauer und kalkarm bleibt. Damit überschüssiges Wasser abfließen kann, sollte die Plane mit einigen Löchern versehen sein. Auch Sand, Laub und Rindenhumus kann der Erde beigesetzt werden. Durch diese Maßnahmen schafft man in seinem eigenen Garten die Bedingungen eines sauren und humosen Moorbeetbodens, auf dem sich die Heidelbeeren wohlfühlen. Um den pH-Wert seines Bodens zu ermitteln, gibt es im Gartenfachhandel Schnelltests, die einem Auskunft über die Bodenbeschaffenheit geben können.

Heidelbeeren mögen es sonnig

„Doch auch wenn Heidelbeeren den Waldboden mögen – auf schattige Plätze, wie man sie im Wald häufig antrifft, können die Sträucher verzichten“, ergänzt Pflanzenprofi Volker. Kulturheidelbeeren gedeihen deutlich besser, wenn sie an sonnigen Standorten mit genügend natürlicher Bodenfeuchte oder ausreichender Bewässerung stehen. Denn die Sonnenstrahlen fördern das Wachstum der Pflanze und sorgen auch für die saftig-aromatisch schmeckenden Früchte. Ideale Standorte können daher ein sonniger Platz im Beet oder auf einem Süd-Balkon sein. Prinzipiell gilt: Je mehr Sonne, desto mehr Vitamine finden sich in den Früchten. „Allerdings fühlen sich die Heidelbeeren bei drückender Hitze auch nicht wohl“, wendet Volker ein. Ein sonniger, luftiger Standort mit feuchtem Boden ist für die Sträucher optimal.

Wann ist der ideale Zeitpunkt?

Hat man ein sonniges Plätzchen gefunden und die passende Erde besorgt, stellt sich nur noch die Frage nach dem perfekten Zeitpunkt. Die optimalen Zeiträume für Heidelbeeren wie ‚Duke‘, ‚Northcountry‘ oder ‚Bluecrop‘ sind im Frühjahr und vom Spätsommer bis zum Herbst hin. Pflanzt man die Heidelbeere im Herbst, sollte sie auf jeden Fall genügend Zeit haben, um vor dem ersten Frost anwachsen zu können. Im Frühjahr sollte die Heidelbeere nicht zu früh eingepflanzt werden, damit die Spätfröste sie nicht schwächen.

Heidelbeeren pflanzen

Heidelbeeren sind selbstbefruchtend und können daher gut alleine stehen. Idealerweise pflanzt man jedoch gleich zwei oder drei Kulturheidelbeeren in sein „Garten-Moorbeet“, da sich dadurch der Ertrag erhöhen kann. Wenn man verschiedene Heidelbeersorten geschickt kombiniert, kann man sich außerdem den ganzen Sommer über leckere Beeren freuen. Denn während die frühe Heidelbeere ‚Duke‘ bereits im Juni mit Früchten begeistert, sorgt die Heidelbeere ‚Bluecrop‘ bis in den September für frischen Nachschub.

Beim Einpflanzen der Heidelbeeren sollte man einen Pflanzenabstand von circa 100 bis 150 Zentimetern einplanen. „So hat die Pflanze genügend Platz, um sich zu entfalten“, erklärt Pflanzenprofi Volker. Soll die Pflanze in einen Kübel gesetzt werden, ist man mit einem Kübelumfang von 30 Litern oder mehr auf der sicheren Seite. Kompakte Heidelbeeren wie die ‚Northcountry‘ kommen auch mit 20-Liter-Töpfen gut zurecht. Da Heidelbeeren nicht mit trockenem Wurzelballen umgepflanzt werden sollten, kann die Pflanze vorher für einige Minuten in eine Wasserschale gestellt werden. Anschließend setzt man die Pflanze in den Kübel oder in das Gartenbeet und schüttet das Loch um die Pflanze mit Rindenmulch oder Moorbeeterde wieder zu. Der Wurzelballen darf dabei ruhig ein bis zwei Zentimeter hervorschauen. Zum Schluss bewässert man den Boden großzügig mit kalkfreiem Wasser.

Heidelbeeren gießen

Kompakte Heidelbeere ‚Northcountry‘ 

Heidelbeeren mögen es tendenziell feucht. Für ein gutes Wachstum und für die Ausbildung der kleinen Blaubeeren braucht die Pflanze daher genügend Wasser. Auch wenn die Pflanze im Garten steht, muss bei schönem Sommerwetter und wenig Niederschlag zur Gießkanne gegriffen werden, denn Trockenheit bekommt der Heidelbeere nicht gut. Mit ihrem flachen Wurzelwerk können sie zudem keine Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen und sind somit auf zusätzliche Wassergaben angewiesen.

„Idealerweise gibt man das Wasser direkt an die Wurzeln und gießt nicht von oben über die Blätter der Pflanze“, rät Raimund. Gegossen wird, wenn die Erde bereits angetrocknet ist. Fühlt sich die Erde dagegen noch feucht an, braucht die Heidelbeere kein Wasser. Einfach mal die Fingerprobe machen – mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für den Wasserbedarf seiner Heidelbeere! Wichtig ist dabei immer, dass das Wasser ablaufen kann, denn Staunässe mögen Heidelbeeren gar nicht. Stehen die Heidelbeeren im Topf, sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Töpfe Löcher haben, sodass das Wasser ablaufen kann und die Heidelbeeren nicht im Nassen stehen müssen.

Mit Regenwasser gießen

Da Kalk die Eisenaufnahme der Wurzeln stört, sollte man die Heidelbeerpflanzen mit möglichst kalkfreiem Wasser gießen. Gerade im Sommer benötigt die Pflanze regelmäßig Wasser. Bewässert man die Heidelbeere nun mit dem kalkhaltigen Wasser kann das dazu führen, dass sich der Kalk vermehrt im Wurzelbereich der Pflanze ablagert. „Am besten nutzt man zum Gießen einfach normales Regenwasser“, empfiehlt Pflanzenprofi Raimund, „das gefällt der Heidelbeere eigentlich immer.“

Dass sich zu viel Kalk im Boden befindet, lässt sich relativ schnell an einem gehemmten Wachstum und gelblich werdenden Blättern erkennen. „Ist zu viel Kalk im Boden, kann man mit einer Torfgabe, sauer wirkendem Dünger (Ammoniumsulfat, 50 g je Pflanze breitflächig ausgebracht) oder leicht angesäuertem Gießwassser (1-2 Esslöffel Weinessig je Gießkanne) gegensteuern. In schweren Fällen hilft nur noch Umpflanzen“, sagt Volker. Generell ist das Umpflanzen allerdings nicht zu empfehlen. Je älter die Pflanze ist, desto weniger gut verträgt sie einen Umzug. Im Idealfall haben die Heidelbeeren deshalb von Anfang an einen geeigneten Standort, an dem sie sich entfalten können. Topf-Heidelbeeren können allerdings problemlos alle paar Jahre in einen größeren Topf umgetopft werden, solange man dabei vorsichtig vorgeht und die Wurzeln nicht verletzt.

Heidelbeeren düngen

Die Halbsträucher sind relativ genügsam und müssen daher nur sparsam gedüngt werden. Unser Pflanzenprofi Volker rät dazu, die Heidelbeere einmal jährlich im Frühjahr mit Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium und Phosphor zu versorgen. „Denn nach der kalten Jahreszeit brauchen die Heidelbeeren wieder Energie, um zu wachsen und Blätter und Früchte auszubilden“, erklärt Volker. Spezieller, kalkfreier Dünger, Hornspäne oder reifer Kompost kann um die Pflanze verteilt und vorsichtig in den Boden eingearbeitet werden. Anschließend wird einmal kräftig gegossen.

Begehrt: Aroma-Heidelbeere ‚Bluecrop‘ 

Wer Flüssigdünger bevorzugt, kann diesen einfach ins Gießwasser der Heidelbeeren mischen und die Pflanzen für einige Tage damit bewässern. Durch die Nährstoffzugabe hat die Heidelbeere wieder genug Kraft, sich weiterzuentwickeln. Wenn die Heidelbeeren bereits auf nährstoffreicheren Böden stehen, benötigen sie jedoch kaum weitere Mineralstoffe. Wie nährstoffreich der Boden ist, kann ganz unkompliziert durch eine Bodenprobe bei der Landwirtschaftskammer oder beim lokalen Landhandel festgestellt werden.

Tendenziell fühlen Heidelbeeren sich auf nährstoffärmeren Böden wohl, weshalb eine Überdüngung vermieden werden sollte. Eine relativ robuste Sorte, die sogar auf sehr unterschiedlichen Standorten regelmäßig hohe Erträge liefert, ist die Kulturheidelbeersorte ‚Bluecrop‘, weshalb sie auch zu den begehrtesten Heidelbeerpflanzen gehört. 

Kulturheidelbeeren pflegen

„Heidelbeeren gedeihen besonders gut, wenn man den Boden ab und an mit organischem Material wie Laub, Humus, Sägespäne oder Stroh mulcht“, empfiehlt Raimund. Die Schicht aus Mulch hat drei Vorteile: Erstens sorgt sie dafür, dass die Feuchtigkeit nicht so schnell verdunstet, zweitens hält sie den pH-Wert des Bodens niedrig und drittens hindert sie potenzielles Unkraut am Wuchern. Wenn zu viele Unkräuter um die Heidelbeeren wachsen, kann das dazu führen, dass die Heidelbeeren nicht genügend Mineralstoffe aufnehmen können, weshalb Unkraut regelmäßig entfernt werden sollte. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Heidelbeeren Flachwurzler sind. Dementsprechend sollte Unkraut nur vorsichtig beseitigt werden, um die Wurzeln nicht zu verletzen. 

Heidelbeeren schneiden

„Heidelbeersträucher müssen in den ersten Jahren nicht unbedingt geschnitten werden“, sagt Pflanzenprofi Volker. Entfernt werden nur die Triebe, die zu sehr nach innen wachsen oder die aneinander scheuern. Nach drei bis fünf Jahren können die ersten alten, zunehmend unfruchtbaren Triebe bis auf 10 cm heruntergestutzt werden, um einen kräftigen Neuaustrieb zu begünstigen. „So erhält man einen Strauch mit 5-7 älteren Ertragstrieben und 2-3 Neutrieben und kann über viele Jahre gleichmäßig hohe Ernten erzielen“, rät unser Pflanzenprofi Volker, „der ideale Zeitpunkt für den Verjüngungsschnitt ist nach den letzten kalten Frösten im Februar, kurz vor der jährlichen Frühjahrsdüngung. Wird schon im Herbst geschnitten, muss auf jeden Fall der vollständige Laubfall abgewartet werden, damit die Pflanzen in Ruhe ihre Reservestoffe einlagern können.“

Heidelbeeren ernten

Kulturheidelbeeren wie ‚Duke‘ oder ‚Northcountry‘ können bereits im ersten Jahr nach der Pflanzung Früchte tragen. Grundsätzlich ist bei Heidelbeeren jedoch erst nach drei oder vier Jahren ein Vollertrag zu erwarten. Meist kann man über mehrere Wochen hinweg laufend neue Früchte ernten, da die Heidelbeeren nicht gleichzeitig, sondern nach und nach reifen. Reife Heidelbeeren erkennt man daran, dass ihre Schale ein tiefes Blau erreicht haben. Für die Färbung sind Anthocyane, wasserlösliche Farbstoffe, zuständig. Anthocyane gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidatives Potenzial besitzen. 

Vitamine pur

Neben den sekundären Pflanzenstoffen sind in Heidelbeeren auch verschiedene Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A, Eisen, Folsäure, Vitamin C, Zink oder Kalium enthalten. Heidelbeeren zu naschen, macht daher nicht nur Spaß und ist ausgesprochen lecker, sondern man nimmt auch noch viele Nährstoffe zu sich, die der Körper braucht.

Am besten pflückt man die Heidelbeeren bei Bedarf frisch vom Zweig, da sie sich nur wenige Tage lagern lassen. Im Beeren-Joghurt, für einen sommerlichen Kuchen oder in einer leckeren Smoothie-Bowl können die frischen Heidelbeeren direkt verwendet werden. Als Konfitüre verarbeitet oder in kleine Beutel eingefroren können die leckeren Blaubeeren auch darüber hinaus für längere Zeit konserviert werden.

Eine schöne Idee ist auch das Einfrieren der Beeren für Getränke. Hierfür legt man die Beeren in Eiswürfelformen, die man mit Wasser begießt und für einige Stunden ins Tiefkühlfach stellt. Im Wasserglas oder im Cocktail sind die gefrorenen Blaubeer-Eiswürfel dann kleine Hingucker auf der nächsten Garten- oder Balkonparty!

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