Erdbeeren und ihre Nachbarn

Zu frischen Waffeln, auf einem Kuchen, im Joghurt oder pur: Ein Sommer ohne die roten, saftigen Früchte ist kaum vorstellbar. Umso schöner ist es, wenn man die süßen Erdbeeren frisch von der Pflanze pflücken kann. Dabei können die ausdauernden Pflanzen sowohl in Beeten, in Balkonkästen als auch in Ampeln gepflanzt werden. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, wo fühlen sie sich wohl und wer sind die richtigen Nachbarn?

Einige Erdbeeren können im Spätsommer, andere im Frühling gepflanzt werden. „Viele der Erdbeersorten, die im Handel verkauft werden, sind immertragend wie die aufrecht wachsende ‚Delizz®‘, die Aroma-Erdbeere ‚Elan‘ oder die Blüten-Erdbeere ‚Rosanna®‘. Solche immertragenden Erdbeeren lassen sich gut während der Frühjahrsmonate einpflanzen, sodass man sich dann im Sommer über frische Erdbeeren freuen kann“, sagt unser Pflanzenprofi Raimund. Der Vorteil dieser immertragenden Pflanzen ist, dass sie den ganzen Sommer über bis zum ersten Frost Erdbeeren hervorbringen und je nach Art, Standort und Witterung können die Pflanzen bereits im Mai mit den ersten Früchten glänzen. So begeistert die immertragende Erdbeersorte ‚Ariba®‘ mit besonders früher Ernte. Man sollte allerdings ein wenig aufpassen, da die Blüten der Erdbeeren frostempfindlich sind. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann die Pflanzen also auch erst nach den Eisheiligen im Mai auspflanzen. Eine feste Pflanzzeit gibt es aber nicht. Denn die immertragenden Erdbeeren lassen sich auch noch im Spätsommer pflanzen. Allerdings muss man sich dann bis zum nächsten Frühjahr gedulden, um die ersten Erdbeeren naschen zu können.

Welcher Standort ist optimal?

Die meisten Erdbeeren mögen grundsätzlich einen sonnigen und warmen Standort, der ihnen genügend Raum zur freien Entfaltung bietet. Einige Erdbeeren wie die Walderdbeeren ‚Tubby® White‘ und ‚Tubby® Red‘ können auch etwas Halbschatten vertragen. Ideal ist eine humose, nährstoffreiche und aufgelockerte Erde. Im Sommer sollte auch ab und an gedüngt werden, um die Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen, die sie zur Bildung ihrer Früchte benötigen. Mehr zum optimalen Standort erfährst Du in dem Artikel „Erdbeeren jetzt pflanzen“ von unserem Pflanzenprofi Bernd. 

Feucht darf es sein, aber keine nassen Füße

Erdbeeren mögen es feucht, können aber keine Staunässe vertragen. Gegossen wird idealerweise in den frühen Morgen- oder Abendstunden. „Beim Gießen sollte das Wasser außerdem direkt an die Wurzeln gegeben und nicht über die Blüten und Blätter geschüttet werden“, erklärt unser Pflanzenprofi Raimund. Wie häufig und wie viel Wasser die Pflanze braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gerade während anhaltender Hitzeperioden im Hochsommer kann es vorkommen, dass die Erdbeerpflanzen einen höheren Bedarf haben und sogar zweimal am Tag gegossen werden müssen. „Und wenn der Boden doch mal trockener wird, ist das kein Problem – die Erde kann zwischen den Gießzeiten ruhig mal antrocknen“, ergänzt unser Pflanzenprofi, „man sollte die Pflanzen nur nicht über einen längeren Zeitraum vergessen zu gießen, da sie sonst verdursten.“ Am besten macht man vor dem Gießen eine Fingerprobe: Wenn sich die Erde noch leicht feucht anfühlt, muss nicht mehr gegossen werden, wenn sie trocken ist, brauchen die Erdbeeren wieder Wasser.

Erdbeeren brauchen Freiraum

Blüten-Erdbeere ‚Montana

Erdbeerpflanzen lieben ihren Freiraum. Die Pflanzen sollten daher nicht zu dicht gepflanzt werden, um Luftzirkulation in den Zwischenräumen zu ermöglichen. Aroma-Erdbeeren wie die ‚Camara®‘, Blüten-Erdbeeren wie die ‚Montana‘ oder aufrecht wachsende Erdbeerpflanzen wie die ‚Delizz®‘ benötigen ungefähr 20-30 cm, während Walderdbeeren wie die ‚Tubby® White‚ mit 15-20 cm Abstand auskommen. Auch die kompakteren Früh-Erdbeeren ‚Ariba®‘ können mit etwas weniger Abstand auskommen. Letztlich brauchen alle Erdbeerpflanzen jedoch genügend Freiraum, um sich zu entfalten: „Wenn die Erdbeere Früchte trägt, die wegen ihres Gewichts zur Seite fallen, sollten die Früchte nicht im Schatten oder unter den Blättern der Nachbarpflanzen liegen müssen. Erdbeerpflanzen brauchen daher Licht, Luft und Platz“, fasst Raimund zusammen. Um darüber hinaus gute Voraussetzungen für gesunde Erdbeerpflanzen zu schaffen, sollte man sie nicht in ein Beet pflanzen, in dem in den Jahren zuvor auch schon Erdbeeren gestanden haben. Denn der Boden braucht zunächst einmal eine Auszeit. Er darf aber gerne mit anderen Pflanzen bepflanzt werden. Für die neuen Erdbeeren ist ein neuer, sonniger Standort ideal, damit sie sich dort gut entwickeln können.

Stroh gegen Pilze

Aroma-Erdbeeren ‚Elan

Um die Früchte der Erdbeere zu schützen, kann es helfen, eine 2-3 cm hohe, lockere Strohschicht um die Pflanze zu verteilen. Diese Bedeckung hält im Sommer die Erde länger feucht, da das Wasser nicht so schnell verdunsten kann. Auch sorgt das Stroh dafür, dass die herunterhängenden Früchte nicht auf der nassen Erde liegen müssen und beugt damit Pilzbefall vor. Ganz nebenbei kann die Schicht verhindern, dass sich zu viel Unkraut um die Erdbeerpflanzen breitmacht. „Man kann die Erdbeere natürlich auch in eine Ampel, einen Kübel oder in den Balkonkasten pflanzen“, fügt Raimund hinzu, „so hängen die Früchte an der frischen Luft und man umgeht das Problem, dass sie auf feuchter Erde liegen oder kein Licht bekommen.“

Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn

Erdbeerpflanzen lassen sich auch in Mischkulturen anpflanzen. Mischkultur bedeutet, dass verschiedene Pflanzenarten nebeneinander in einem Beet wachsen, die sich im besten Falle gegenseitig positiv beeinflussen. Es gibt jedoch auch Nachbarn, mit denen sich Erdbeeren weniger gut vertragen. Daher ist es wichtig, sich vor der Bepflanzung eines Mischbeetes Gedanken zu machen, welche Pflanzen nebeneinandergesetzt werden können.

Gute Partner für Erdbeeren

Borretsch ‚Boris

Grundsätzlich sollten Erdbeeren mit niedrig wachsenden Pflanzen zusammengepflanzt werden, die ihnen nicht die Sonne nehmen. Zu den Beetnachbarn, die den Erdbeeren außerdem besonders freundlich gesinnt sind, zählen unter anderem Borretsch, Buschbohnen, Dill, Schnittlauch, Melisse und Kamille.

Hübsches Gurkenkraut

Borretsch gilt als besonders guter Partner für Erdbeeren: Er kann den Blütenansatz fördern und die Befruchtung begünstigen. Mit seinen zarten, blauen Blüten harmoniert der Borretsch ‚Boris‘ zudem hervorragend mit den weißen Blüten der ‚Montana‘ oder den dunkelrosafarbenen Blüten der ‚Toscana‘.

Schnittlauch ‚Staro

Dill & Schnittlauch

Eine tolle Kräuterkombination für das Erdbeerbeet oder den Balkonkasten besteht aus Dill und Schnittlauch: Dill soll positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Erdbeeren haben und Schnittlauch hält Pilzsporen und Krankheiten von den Erdbeeren fern. Die violetten Blüten des Schnittlauchs ‚Staro‘ sehen außerdem ausgesprochen hübsch neben den rosafarbenen Blüten der Erdbeerpflanzen ‚Ariba® Rose‘ und ‚Rosana®‘ aus. Auch Schalotten gelten als hilfreich, um Pilze und Krankheiten abzuwehren.

Schädlingsbekämpfende Nachbarn

Zum Bohnenkraut, zu Buschbohnen und zu Blattsalaten besteht ebenfalls eine gute Partnerschaft. Das Bohnenkraut soll zudem Blattläuse bei Erdbeerpflanzen abwehren. Daneben gelten Knoblauch, Zwiebeln, Porree und Tagetes als gute Verteidiger gegen Schnecken. 

Staudenbohnenkraut ‚Bolero

Ringelblume, Melisse & Kamille

Ein weiterer vorteilhafter Beetpartner ist die Ringelblume, die zur Verbesserung des Bodens beitragen kann. Melisse und Kamille üben wie Dill eine vitalisierende Wirkung auf Erdbeeren aus. Spinat und Mangold können ebenfalls zwischen die Erdbeeren gesetzt werden, solange sie ihnen keinen Raum und kein Licht wegnehmen.

Nicht zusammen pflanzen

Nicht zusammengepflanzt werden sollten Erdbeeren mit Kartoffeln oder Kohlarten. Durch diese Pflanzen werden verschiedene Schädlinge und Bodenpilze begünstigt, die den Erdbeerpflanzen Schaden zufügen können.

Robuste & pflegeleichte Pflanzen

Grundsätzlich sind Erdbeerpflanzen relativ robust. Solange Du sie an einen sonnigen Ort stellst, sie regelmäßig mit Wasser und ab und an mit Nährstoffen versorgst, die Früchte nicht auf dem nassen Boden liegen lässt und ihnen genügend Platz für ihre freie Entfaltung einräumst, solltest Du die ein oder andere schmackhafte Erdbeere ernten können. Wenn Du dann noch auf die richtigen Nachbarn setzt, werden Dich die Erdbeeren mit einer leckeren Ernte belohnen!

Wir wünschen viel Spaß beim Gärtnern und drücken die Daumen für eine ertragreiche Erdbeerernte!

Mehr Informationen findest Du auch in den Videos:

 

 


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