Gartenmitbewohner im Herbst unterstützen

Noch ist es in weiten Teilen Deutschlands warm und sonnig, doch allmählich spürt, dass der Herbst ins Land zieht: Die Tage werden kürzer, die Sonnenstrahlen nehmen an Stärke ab und die sommerliche Blütenpracht lässt langsam nach.

Für viele Bienen und Hummeln bedeutet diese Zeit deshalb meist, dass sie nur noch wenige nektarreiche Blüten finden. Daneben werden einige Säugetiere wie Igel oder Eichhörnchen nun aktiv, um sich einen Vorrat anzulegen, Winterspeck anzufuttern oder um einen passenden Unterschlupf zu finden. Doch wie kann man die kleinen Gartenmitbewohner im Herbst bei ihrer Suche nach Fressen und einem Winterquartier unterstützen?

Einjährige Sommerblumen wie die Dahlien blühen oft bis September – perfekt für Bienen & Hummeln!

Lasst den Garten unordentlich!

Die Antwort ist relativ einfach: Tiere bevorzugen naturnahe Gärten. Statt also gründlich aufzuräumen und Ordnung zu schaffen, lohnt es sich, beim Unkraut zupfen, Rasenmähen oder Laubharken ein Auge zuzudrücken und es nicht allzu genau zu nehmen. Denn genau hier finden viele Gartenmitbewohner wie Igel, Schmetterlinge, Hornissen oder Eichhörnchen ihre Nahrung, Baumaterial oder ihren Schlafplatz. Auch einige Samenbestände beispielsweise von Sonnenblumen kann man für überwinternde Vögel stehen lassen. Wer Lust hat, kann auch kleine Nistkästen selber bauen oder kleine Futterstätten mit Sonnenblumenkernen, Erdnüssen und anderen Samen basteln. Über eine kleine Vogeltränke mit Wasser freuen sich zudem nicht nur die Vögel, sondern – wenn die Schale flach genug ist – auch die nachtaktiven Igel.

Hecken und Sträucher bieten Unterschlupf

Hecken und Sträucher sollte man ebenfalls nicht allzu kurz zurückschneiden, da diese überwinternden Schmetterlingen und anderen kleinen Tieren überlebenswichtige Überwinterungsmöglichkeiten bieten – bei vielen Sträuchern kann man mit dem Rückschnitt auch ohne Probleme bis zum Frühjahr warten. 

Storchschnabel ‚Rozanne‘ bietet verschiedenen Insekten bis in den Herbst Nahrung.

Herbstliches Staudenbeet anlegen

Bienen, Hummeln und Schmetterlinge haben ab Ende Juli häufig das Problem, nicht mehr genügend Nahrung zu finden. Mit lang blühenden einjährigen Sommerblumen wie den Dahlien sowie mit spät blühenden Stauden wie den Herbst-Anemonen, den Sonnenhüten oder dem Storchschnabel kann man versuchen, dem Hungerleiden der nektarliebenden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ein wenig entgegen zu wirken.

Farbenfrohe Herbsttöne

Zudem bieten die Blüten der spät blühenden Stauden nicht nur hungrigen Hornissen, Schmetterlingen oder Hummeln Nahrung, sondern bringen auch noch im Herbst Farbe in den Garten oder auf den Balkon! Einmal gepflanzt hat man jeden Herbst seine Freude an den hübschen Stauden. Somit macht man neben seinen Gartenmitbewohnern auch sich selbst mit den wunderschönen Stauden eine Freude.

Der Ziersalbei ‚Farina®‘ blüht auch noch im Spätsommer und begeistert so Hummeln, Bienen und Schmetterlinge.

Insektenfreundliche Stauden für den Herbst

  • Besonders hübsch sind die Herbst-Anemonen wie ‚Prinz Heinrich‘ oder ‚Honorine Jobert‘, deren Blütezeit von Juli bis Oktober reicht. Da gerade ab Ende Juli für die meisten nektarliebenden Insekten ein Nahrungsmangel vorherrscht, sind die Herbst-Anemonen die ideale Wahl, um die Lücke zu schließen und den Bienen und Hummeln ein wenig Nahrung zukommen zu lassen. 
  • Daneben sind Chrysanthemen tolle Pflanzen für den Herbst. Mit ihren bunten Blüten sind sie nicht nur ein attraktiver Anblick im Blumenbeet, sie bieten außerdem viel Futter für die Bienen und Hummeln und helfen dadurch, den Futtermangel abzuschwächen.
  • Auch an schattigeren Stellen lassen sich insektenfreundliche Gartenstauden pflanzen. So sind Funkien wie die ‚Sum and Substance‘ oder ‚Wide Brim‘ bei vielen Insekten sehr begehrt.
  • Eine besonders schöne und zudem pflegeleichte Staude ist der Storchschnabel ‚Rozanne‘, der den ganzen Sommer bis zum ersten Frost Bienen und Schmetterlinge mit seinen nektarreichen Blüten versorgt. 
  • Auch die Sorten des Zier-Salbeis ‚Farina®‘ blühen bis in den Herbst und bringen so Farbe und Leben in den Garten – oder auf den Balkon. Denn auch im Balkonkasten oder in Töpfen machen diese Pflanzen eine hübsche Figur. 
  • Zudem ist der Sonnenhut eine gute Wahl, um den Hunger der Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu stillen. Sonnenhüte wie ‚Cleopatra®‘ oder ‚Julia®‘ erstrahlen bis September im farbenfrohem Orange und hellem Sonnengelb – somit bleibt es mit der Gartenstaude auch im Spätsommer noch schön bunt!

Schmetterlinge lieben Kräuter

Man kann natürlich auch eine bunte Blumenwiese aus verschiedensten Gartenblumen oder ein Kräuterbeet mit Thymian, Salbei, Borretsch, Brennnesseln oder Lavendel anlegen. Gerade ein Kräuterbeet ist beispielsweise für Schmetterlinge im Frühjahr ideal! Denn viele der kleinen Schmetterlingsraupen ernähren sich zunächst von den Blättern der Kräuter, bevor sie im Sommer zu Schmetterlingen werden. Auch Beerensträucher wie Stachelbeeren, Heidelbeeren oder Himbeeren sind bei Schmetterlingen sehr begehrt.

Lavendel kann vielen Schmetterlingen auch noch im Spätsommer Nektar bieten.

Lebensräume schaffen!

Wer nicht nur seinen Garten naturnah belassen möchte, sondern darüber hinaus aktiv Lebensräume für Igel, Bienen, Käfer oder Vögel schaffen möchte, kann mit verschiedensten Materialien kleine Oasen für seine Gartenmitbewohner kreieren. Besonders „totes Material“ wie verrottendes Laub, heruntergefallene Zweige oder abgestorbene Bäume bieten den Gartenmitbewohnern Nahrung, Schutz, Nistplätze und Baumaterial. Totholz zählt damit zu den lebendigsten Lebensräumen im Garten. Hier tummeln sich Ameisen, kleine Käfer, Bienen, Wespen und Schmetterlinge. Tatsächlich ist der überwiegende Teil unserer heimischen Wespen und Bienen auf Totholz angewiesen. Von den vielen Insektenlarven im Totholz ernähren sich wiederum einige Vogelarten wie der Specht. Solche Totholz-Nischen lassen sich auch ganz leicht im eigenen Garten anlegen.

Eichhörnchen auf Futtersuche im Herbst

Verrottender Baumstumpf für die Bienen

Ein verrottender Baumstamm in einer sonnigen Ecke des Gartens oder neben dem Schuppen ist beispielsweise für viele Bienen wie die Blattschneidebiene, die Mauerbiene oder die Holzbiene über Jahre hinweg ein toller Treffpunkt. Auch Ameisen und Käfer finden hieran ihre Freude. Die hier schlüpfenden Insektenlarven dienen wiederum anderen Tieren als Nahrung. Mit solch einem Baumstumpf kann man daher ohne großen Aufwand etwas für den Artenerhalt tun. Und der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Drei unterschiedlich hohe Baumstümpfe in der Ecke des Gartens mit etwas Moos und Pilzen bewachsen und dazwischen mit Tau benetzte Spinnenweben, die in der Sonne glitzern, versprühen den Charm eines alten Bauerngartens.

Laubhaufen als Winterquartiere für Gartenmitbewohner

Auch kleine Laub-, Stein- oder Reisighaufen dienen als Nahrungsquelle für viele Insekten. Darüber hinaus bieten sie kleineren Amphibien und Igeln überlebenswichtige Quartiere für den kalten Winter. Bei der Gartenarbeit sollte man deshalb vorsichtig sein, wenn man Laubhaufen entfernen oder umschichten möchte – möglicherweise verstecken sich darin ein oder zwei zusammengerollte Igelbabys, die dort Schutz gefunden haben.

Vorsicht bei der Gartenarbeit! Igel verstecken sich häufig unter Laubhaufen oder im Gebüsch.

Benjeshecke anlegen

Etwas aufwändiger ist die Gestaltung einer Benjeshecke. Eine Benjeshecke ist eine Hecke aus Totholz. Sie wird mithilfe von Ästen, Zweigen und anderem organischem Material angelegt. Dieses Gehölz wird wie ein kleiner Wall geschichtet und kann links und rechts mit dickeren Zweigen gestützt werden, sodass die Hecke nicht auseinanderfällt. Solche Hecken bieten Vögeln und anderen Tieren einen guten Winterschutz und Nahrung.

Insektenfreundliche Gartenarbeit im Herbst

Mit tollen Herbststauden, ein paar Laubhaufen oder einem verrottenden Baumstumpf lassen sich somit kleine Lebensräume für Igel, Bienen, Schmetterlinge und Vögel schaffen. Hier können sie Nahrung, Baumaterial und Unterschlupf finden.

Abschließender Überblick über tierfreundliche Gartenarbeit:

Laub- Reisig- und Steinhaufen zum Schutz bis zum Frühjahr liegen lassen

Ein paar Ecken mit Unkraut stehen lassen

Rasen nicht zu kurz mähen, eventuell eine Ecke stehen lassen, sodass kleine Insekten hier Schutz finden können

Ein paar Samenbestände für Vögel stehen lassen

Hecken und Sträucher wenn möglich erst im Frühjahr zurückschneiden

Staudenbeete für den Herbst anlegen

Pflanzen fürs Frühjahr aussäen oder Blumenwiesen anlegen; auch Kräuterbeete mit winterharten Kräutern helfen bei der Nahrungssuche im Frühjahr 

Keine Pestizide verwenden, die für Tiere schädlich sein könnten

Kleine Vogeltränke mit Wasser aufstellen

Lebensräume schaffen

 

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