Sonne oder Halbschatten – Tipps zum Standort

Der Lavendel mag es sonnig und warm, die Fuchsie möchte lieber ein schattiges Plätzchen und Purpurglöckchen bevorzugen einen lichten Schatten – hier den Überblickt zu behalten ist nicht leicht. Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem sonnigen, vollsonnigen oder halbschattigen Plätzchen?

Die meisten Pflanzen mögen es hell und warm. Sie brauchen die Sonne, um zu wachsen und zu gedeihen. Bekommen sie nicht genügend Sonne, wirkt sich das auf ihr Wachstum und ihre Blütenbildung aus. Doch es gibt Pflanzen, die sich bei praller Sonne pudelwohl fühlen, während anderen die milde Vormittagssonne ausreicht. Demnach haben Punterschiedliche Vorlieben, was die Lichtverhältnisse betrifft. Während der Storchschnabel oder die Herbst-Anemone nicht den ganzen Tag über von der Sonne beschienen werden möchten, genießen viele exotische Pflanzen wie Olivenbäume oder Palmlilien das exzessive Bad in der Sonne. Wenn man einen Garten anlegt oder seinen Balkon bepflanzen möchte, tauchen deshalb relativ schnell verschiedene Fragen auf: Wo kann ich die Petunie hinpflanzen, wie viel Sonne vertragen Christrosen und was bedeutet eigentlich die Bezeichnung „Halbschatten“?

Fließende Übergänge von vollsonnig zu schattig

Zunächst einmal: Die Übergänge zwischen schattig, halbschattig, sonnig und vollsonnig sind fließend. Auch können manche Pflanzen sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten gut gedeihen. Sogar großblättrige, schattenliebende Funkien können an sonnigeren Standorten wachsen – solange die Versorgung mit genügend Wasser gewährleistet ist. Es gibt demnach verschiedene Pflanzen, die sowohl für vollsonnige als auch halbschattige Standorte gut geeignet sind. Viel falsch machen, kann man daher nicht!

Perfekt für einen sonnigen Platz auf dem Balkon: Verbene ‚Samira® Scarlet‘, Zauberglöckchen ‚Calita® Deep Yellow‘ und Männertreu ‚Laura Blue‘

Dennoch sind nicht alle Pflanzen für einen vollsonnigen oder einen schattigen Platz geeignet: Denn auch wenn Funkien ein wenig Sonne gut vertragen – in die pralle Mittagshitze sollte man sie trotzdem nicht pflanzen. 

Pflanzen für die Sonne

Manche Pflanzen sind wahre Sonnenliebhaberinnen: Fast rund um die Uhr können sie von ihr beschienen werden und haben trotzdem noch nicht genug von ihr. Dabei unterscheidet man zwischen vollsonnigen und sonnigen Standorten.

Absolute Sonnenliebhaber: Pflanzen für die pralle Sonne

Von vollsonnigen Standorten spricht man, wenn die Sonne hier den ganzen Tag über ohne Unterlass scheint. Das ist beispielsweise auf freien Flächen ohne Bäume oder höhere Sträucher, die Schatten spenden könnten, der Fall. Pflanzen, die auf solchen freien Flächen stehen können, sind beispielsweise Olivenbäume, Zitruspflanzen, Geranien, Petunien, Fetthennen, Elfensporn, Oleander oder Schmucklilien. Viele Pflanzen, die die volle Sonne vertragen, fühlen sich aber auch an einem weniger stark beschienenen Standort sehr wohl. Einige können sogar an einen halbschattigen Standort gepflanzt werden. Verbenen vertragen beispielsweise einen vollsonnigen Standort, kommen aber auch gut im Halbschatten zurecht.

Pflanzen für sonnige Standorte

Neben vollsonnigen Standorten gibt es auch sonnige Standorte. Als sonnig beschreibt man einen Platz, der die meiste Zeit des Tages – auch über die Mittagszeit – von der Sonne beschienen wird. Auf Südbalkonen oder an einer nach Süden gewandten Hauswand kann man von circa 11 bis 17 Uhr mit Sonne rechnen – der ideale Platz also für sonnenverliebte Pflanzen wie Lavendel, Rosen, Sonnenblumen oder mediterrane Kräuter wie Salbei, Basilikum und Thymian. Bei solch warmen und hellen Sonnenstandorten ist es allerdings wichtig, dass man auf ausreichend Flüssigkeit achtet.

Wassermangel bei sonnigen Standorten vermeiden

Insbesondere während der warmen Sommermonate muss man bei vollsonnig oder sonnig stehenden Pflanzen auf eine ausreichende Wasserversorgung achten! Denn wenn die Pflanzen ihre Blätter hängen lassen, dann macht ihnen meist nicht die Sonne zu schaffen, sondern der Wassermangel. Woran liegt das? Durch die Sonne verdunsten die Pflanzen über ihre Blätter viel Flüssigkeit, die die Wurzeln laufend nachliefern müssen. Mangelt es an genügend Wasser, vertrocknet die Pflanze.

Eine kleine Auswahl an Pflanzen für die Sonne
  • Australisches Gänseblümchen
  • Bidens
  • Blaue Mauritius
  • Buntnessel
  • Brasilianische Guaven
  • Dahlien
  • Duftsteinrich
  • Echter Jasmin
  • Elfenspiegel
  • Elfensporn
  • Fächerblume
  • Fetthenne 
  • Fingerhut
  • Gänseblümchen
  • Geranien
  • Goldtalerblume
  • Hibiskus 
  • Hammerstrauch 
  • Hornveilchen
  • Hortensien
  • Husarenknöpfchen
  • Impatiens (Impatiens x hybrida hort)
  • Kapkörbchen
  • Kreuzblume
  • Lavendel
  • Lenz-Anemone
  • Männertreu
  • Nelken
  • Oleander 
  • Palmlilien
  • Passionsblume
  • Petunien
  • Pfennigkraut
  • Präriekerze
  • Primel
  • Ranukel
  • Ringelblume
  • Rosen
  • Zier-Salbei
  • Schmetterlingsstrauch
  • Sonnenblumen
  • Sonnenhut
  • Strauchmargerite
  • Verbene
  • Wandelröschen
  • Winterveilchen
  • Zauberglöckchen
  • Ziergräser
  • Zitruspflanzen

Flexible Sonnenliebhaber: Verbene ‚Samira® Purple Wing‘ gefällt es sowohl in der prallen Sonne als auch im Halbschatten

Pflanzen für den Halbschatten

Steht eine Pflanze gerne im „Halbschatten“ bedeutet das natürlich nicht, dass sie nur zur Hälfte im Schatten steht, sondern der Standort ungefähr einen halben Tag lang – etwa fünf bis sechs Stunden – von der Sonne beschienen wird. Man könnte daher auch von „halbsonnig“ sprechen.

Milde Sonne am Vormittag

Viele Halbschattenpflanzen vertragen die starken Sonnenstrahlen der Mittagssonne und die niedrige Luftfeuchtigkeit während des Nachmittags meist nicht so gut. Sie fühlen sich eher in der Morgensonne wohl. Die Luftfeuchtigkeit ist am frühen Morgen und auch während des Vormittags noch deutlich höher als zur Mittagszeit und am Nachmittag, was die Wärme der Sonnenstrahlen etwas abmildert.
Zu diesen Halbschattenpflanzen gehören beispielsweise Hortensien, Herbst-Anemonen, Purpurglöckchen, Sterndolden oder Rittersporn. Idealerweise pflanzt man diese Blumen auf einen Balkon oder eine Hauswand, die gegen Osten oder Südosten ausgerichtet sind. So bekommen die Pflanzen die für sie angenehmere Morgensonne und umgehen die warme Nachmittagssonne.

Von sonnig bis halbschattig

Es gibt jedoch auch viele Pflanzen, die sowohl sonnige Standorte als auch Halbschatten vertragen. Solche Pflanzen können auch sehr gut auf einen Süd-Westbalkon gepflanzt werden, da sie keinerlei Probleme mit der warmen Nachmittagssonne haben. Dazu gehören beispielsweise Leberbalsam, Begonien, Eisenhut, Glockenblume, Storschnabel, Knospenheide, Vanilleblumen oder die Schwarzäugige Susanne.  

Eine kleine Auswahl an Pflanzen für den Halbschatten
  • Akelei
  • Alpenveilchen
  • Begonie
  • Bergenie
  • Christrosen
  • Duftgeranien
  • Eisenhut
  • Fuchsie
  • Glockenblume
  • Goldflöckchen 
  • Gundermann
  • Herbst-Anemone
  • Hortensien
  • Impatiens (Impatiens x neu-Guinea)
  • Knospenheide
  • Kriechender Günsel
  • Purpurglöckchen
  • Rittersporn
  • Schneerosen
  • Schwarzäugige Susanne
  • Silberregen
  • Sterndolden
  • Stiefmütterchen
  • Storchschnabel
  • Vanilleblume

Herbst-Anemone ‚Honorine Jobert‘ begeistert von August bis in den Oktober hinein mit ihren Blüten viele Hummeln und Bienen

Pflanzen für den Schatten

Im Gegensatz zu den Sonnenanbeterinnen, kommen Schattenpflanzen hervorragend mit wenig Licht zurecht. Dabei unterscheidet man lichten Schatten und Vollschatten.

Lichter Schatten – von halbschattig bis schattig

Als lichten Schatten bezeichnet man den sanften Schatten unter Bäumen, Sträuchern oder Kletterpflanzen. Durch ihre Blätter und Äste fällt ein diffuses, relativ mildes Sonnenlicht. Einige Pflanzen, die auch im milden Halbschatten gut wachsen wie die Herbst-Anemonen, Begonien, Purpurglöckchen oder Rittersporn, können sich an lichten Schattenplätzen ebenfalls wohlfühlen. Auch Primeln oder verschiedene Helleborus-Arten wie die Schneerose oder Christrose vertragen zumindest während des Sommers schattigere Plätze. Im Spätherbst, Winter und Frühjahr, wenn die Bäume ihr Laub verloren haben und die Sträucher kahl sind, bekommen diese Pflanzen dann mehr Sonnenschein und können mit einer Vielzahl an Blüten bezaubern.

Selbst im Schatten wachsen Pflanzen

Schattenpflanzen wie Farne oder Funkien fühlen sich an lichtarmen Orten besonders wohl. Solche Standorte findet man beispielsweise unter Nadelbäumen, immergrünen Sträuchern oder an der Nordseite höherer Mauern und Gebäude. An diesen Stellen fällt kaum Licht hin, weshalb hier nur wenige Pflanzen wachsen. Doch auch diese Flecken müssen im Garten nicht leer bleiben – und auch ein Nordbalkon kann mit hübschen Pflanzen wie Rodgersien, Fuchsien, Tränendes Herz, Waldmeister, Wolfsmilch, Immergrün oder Prachtspiere verschönert werden.
Schattenverträgliche Pflanzen können auch im lichten Schatten oder gar im Halbschatten stehen. Selbst typische Schattenpflanzen wie Funkien oder Farne können an sonnigeren Standorten gut gedeihen. Allerdings müssen die Wurzeln laufend Wasser nachliefern können. Mangelt es an genügend Wasser, kommt es zu Verbrennungen der Blätter.

Eine kleine Auswahl an Pflanzen für schattigere Orte
  • Begonien
  • Christrosen (im Sommer)
  • Farn
  • Fuchsie
  • Funkie (Hosta)
  • Immergrün
  • Kriechender Günsel
  • Prachtspiere
  • Purpurglöckchen
  • Rodgersien
  • Schneerosen (im Sommer)
  • Schleierkraut
  • Tränendes Herz
  • Waldmeister
  • Wolfsmilch

Die Funkie ‚Wide Brim‘ verschönert jeden Schattenplatz und bietet zudem Futter für Bienen

Auf das Gießen kommt es an

Die Übergänge zwischen sonnigeren und schattigeren Standorten sind fließend und lassen sich nur schwer in der Praxis so eindeutig zuordnen. Dies ist aber kein Problem, denn die meisten Pflanzen sind relativ flexibel, sodass sie verschiedene Lichtverhältnisse vertragen. Manche können sogar an sehr unterschiedlich hellen Standorten gut wachsen. Wichtig dabei ist jedoch, auf die Wasserversorgung zu achten. Eine Fuchsie, die im Halbschatten steht, verdunstet mehr Wasser als eine Fuchsie, die im lichten Schatten wächst.

Daher muss man, gerade wenn man unsicher ist, die Fingerprobe machen: Ist die Erde schon trocken, braucht die Pflanze wieder Wasser. Ist sie feucht, kann man mit dem Gießen noch etwas warten, bis die Erde sich wieder trocken anfühlt. Staunässe sollte in jedem Fall vermieden werden, da keine Pflanze gerne lange im Wasser steht. Bei Balkonpflanzen und Kübelpflanzen sollte man daher immer darauf achten, dass das Wasser abfließen kann oder dass man den Übertopf spätestens eine halbe Stunde nach dem Gießen ausleert.

Geranie ‚Grandeur® Dark Pinkberry‘ ist eine wunderschöne Sommerblume für sonnige Standorte

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