Tolle Blumenfotos selber schießen

Pflanzenfotografie

Schöne Fotos machen

Kennen Sie das? Man bekommt eine tolle Blume geschenkt oder die Blüte im Garten ist in vollem Gange? Sie wollen das festhalten, träumen von herrlichen Fotos für den Bilderrahmen oder die eigene Grußkarte und knipsen fleißig vor sich hin? Und dann? Unterbelichtet; ausgewaschene Farben; mal wieder genau an der falschen Stelle unscharf; Gesamtergebnis: bestenfalls mau.

Dabei ist das Thema Pflanzenfotografie kein Hexenwerk. Schon wenn Sie ein paar Kleinigkeiten beachten, werden Sie – egal ob mit dem Smartphone oder der digitalen Spiegelreflexkamera – selber tolle Blumenfotos schießen.

1) Licht & Schatten

Beim der Pflanzenfotografie dreht sich grundsätzlich erst einmal alles um das Thema Licht. Und die mit Abstand beste Lichtquelle für Ihre Blumenfotos ist und bleibt die Sonne. Suchen Sie sich also für Ihre Aufnahmen einen schönen Tag aus. Und dann gehen Sie mit Ihrem Motiv am besten vor die Tür oder finden bei sich daheim ein sonniges Plätzchen an einem Fenster. Jetzt nehmen Sie dasselbe Motiv, das beim letzten Versuch mal wieder daneben ging, dort noch einmal auf. Und werden feststellen, dass das Ergebnis gleich viel besser ausfällt.

Wenn Sie darüber hinaus mit Licht experimentieren wollen wie die Profis, besorgen Sie sich einfach ein großes Stück Pappe und kleben auf eine Seite davon Alufolie und auf die andere ein schwarzes Tuch. Damit können Sie Sonnenlicht in das Bild zurückspiegeln (die Alufolie reflektiert) und/oder – mit der dunklen Seite – interessante Schatteneffekte erzeugen. Mit diesem Spiel aus Licht und Schatten kommt sofort zusätzliches Leben in Ihre Blumenbilder. Probieren Sie das unbedingt mal aus!

Tipp: Goldene Folie oder ein weißer Gegenstand zur Reflektion erzeugen noch einmal eine andere Lichtstimmung.

2) Blende & Belichtung

Das Licht stimmt jetzt. Nun geht es darum, wie man es am besten „einfängt“. Bei der Fotografie spielen dabei in erster Linie zwei Faktoren eine Rolle: Blende und Belichtungsdauer. Eigentlich sind es drei, aber den ISO-Wert, also die Filmempfindlichkeit gegenüber Licht, lassen wir der Einfachheit halber heute mal weg. Zumal wir ja jetzt hoffentlich über ausreichend Licht verfügen. Normalerweise nimmt Ihnen der Automatikmodus Ihrer Kamera die Auswahl ab. Das ergibt aber leider auch immer dieselbe Bildstimmung. Wenn Sie sich aber einmal mit dem Thema Blende & Belichtung auseinandersetzen, eröffnen sich Ihnen ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten.

Mit einer relativ offenen Blende (z. B. f2,8) können Sie weiche Bilder erzielen, bei denen das Motiv ins Zentrum rückt und der Hintergrund eine gewollte Unschärfe erhält. So können Sie auf ihren Bildern eine romantische Atmosphäre erzeugen, wie Sie das aus Deko- und Foodmagazinen kennen. Mit einer weiter geschlossenen Blende hingegen erzeugen Sie eine härtere Stimmung und erreichen mehr Tiefenschärfe, ideal um auch größere Arrangements komplett abzubilden. Je offener die Blende, desto kürzer kann die Belichtung erfolgen, je geschlossener die Blende, desto länger muss im Umkehrschluss die Belichtungsdauer ausfallen, um in allen Fällen die gewollte Lichtmenge einzufangen. Die Berechnung der passenden Belichtungsdauer können Sie im Bereich der Pflanzenfotografie ruhigen Gewissens weiterhin erst einmal Ihrer Kamera überlassen; der passende Modus hierfür heißt meist „Zeitautomatik“, „Blendenvorwahl“, „A“ (für Aperture; engl: Blende) oder ähnlich. Im Zweifel steht es in der Anleitung.

Tipp: Kürzere Belichtung hilft auch bei der Tendenz zu verwackelten Bildern „aus der Hand“. Soll länger belichtet werden, kann ein Stativ helfen, dennoch scharfe Bilder zu erzeugen.

3) Motiv & Manipulation

Manche Motive sprechen einfach für sich. Beispielsweise bedarf ein Strauß mit 60 langstieligen Rosen sicherlich keiner weiteren Dekoration. Aber manchmal kann eine zusätzliche Kleinigkeit bei einem Pflanzenfoto auch den Unterschied machen. Vielleicht ist es ein Tropfen Wasser, der an einem Blatt herunterperlt, ein Marienkäfer, der sich auf unsere Blume verirrt hat, eine Vase, eine Kerze, zu Ostern ein paar bunte Eier … Vielleicht mal mit Holz im Hintergrund fotografieren oder auf steinigem oder sandigem Untergrund. Oder Sie drücken das Motiv einfach mal jemandem in die Hand … Zeigen Sie Phantasie!

Tolle Blüten zum Fotografieren – Fuchsien ‚Fuchsita®‘

Für das Foto selbst sollten Sie verschiedene Abstände und Winkel ausprobieren. So können Sie, wenn Sie zum Beispiel von oben fotografieren, eine ganz andere Wirkung erzielen als von der Seite. Auch ganz nah am Motiv – der Marienkäfer lässt grüßen – können reizvolle Aufnahmen entstehen. Genauso wie im Weitwinkelbereich. Testen Sie die Alternativen! Gehen Sie auch mal in die Knie oder klettern auf einen Stuhl. Wenn man einmal nicht weiter weiß, kann auch die Drittel-Regel oder die Suche nach einem goldenen Schnitt helfen. Sie werden sehen, der „Klassiker“ – Motiv in Bildmitte, aus Augenhöhe geknipst – wird Ihnen sehr schnell sehr langweilig werden.

Tipp: Wenn Flüssigkeiten oder Gewässer mit abgebildet werden sollen, unbedingt darauf achten, dass diese „in der Waage“ fotografiert werden, also nicht „auslaufen“. Viele Kameras und Apps können hierfür heute einen passenden künstlichen Horizont einblenden.

IphoneBereits vorhandene Blumenbilder, mit denen Sie nicht so 100%-ig zufrieden sind, dessen Motive Sie aber nach wie vor reizvoll finden, kann man auch im Nachhinein noch „retten“. So bieten alle gängigen Bildbearbeitungsprogramme oder -apps die Möglichkeit, Bilder zu beschneiden, Ausschnitte zu wählen und zu vergrößern, Bilder aufzuhellen, nachzuschärfen oder die Farben zu korrigieren.

4) Schöne Fotos mit dem Smartphone

Natürlich ist nicht immer die Spiegelreflex-Kamera greifbar. Aber auch mit dem Smartphone lassen sich schöne Fotos machen. Hier ein paar Tipps, die Sie dabei beachten sollten:

Bloß nicht wackeln!
Damit die Bilder nicht verwackeln, sollten Sie das Smartphone mit beiden Händen festhalten oder auf einem Untergrund abstützen.
Genügend Licht muss da sein!
Ist das Licht zu schwach, stellt die Kamera den ISO-Wert hoch, doch dieser führt zu verrauschten Bildern.
Nicht in den Mittelpunkt!
Stellen Sie das 9-teilige Raster Ihres Smartphone ein und platzieren Sie Ihr Motiv auf einem Schnittpunkt der Linien, also 2/3 nach links oder rechts vom Bildausschnitt. Dadurch erzeugen Sie mehr Spannung.
Auf Augenhöhe mit dem Motiv bleiben!
Schnell ist das Handy in der Hand und es wird drauf los fotografiert – meistens von schräg oben. Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihren Blüten und schon hat die Langeweile auf den Bildern ein Ende.
Nah ran ans Motiv!
Leider macht das Zoomen mit dem Smartphone das Foto unscharf. Deswegen sollten Sie die Zoomfunktion vermeiden und mit der Linse nah am Motiv bleiben.
Fokus & Belichtung manuell setzen!
Tippen Sie auf dem Touchscreen das gewünschte Motiv an und die Kamera stellt Belichtung und Fokus auf diesen Bildbereich ein. Das Motiv wird scharf und der Hintergrund wird unscharf dargestellt und dadurch eine interessante Atmosphäre geschaffen.
Auto-Blitz ausschalten!
Das grelle Licht der Blitzfunktion beim Smartphone setzt die Blüten meist nicht ins rechte Licht, sondern überstrahlt die Atmosphäre.
Viele Aufnahmen machen!
Ihr Smartphone-Speicher ist meist groß genug für mehrere Aufnahmen. Aussortieren können Sie die Fotos dann später direkt am Smartphone oder am Computer.
HDR-Funktion nutzen!
High Dynamic Range ist das Zauberwort. iPhone-Modelle ab dem iPhone 4 besitzen diese Funktion. Dabei werden mehrere Fotos direkt hintereinander aufgenommen, die unterschiedliche Belichtungszeiten besitzen. Diese werden dann zu einem Foto zusammengeführt und ermöglicht somit eine optimale Belichtung für kontrastreiche Motive.

 

So oder so – legen Sie los! Denn, so hat es der Naturfotograf und Verleger Fritz Pölking einmal gesagt, „Natur fotografieren ist Erleben aus erster Hand“.

 

Unten

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